…1947…1951…

Kurz nach Kriegsende gab es in Bargfeld nach wie vor keine Feuerwehr. Am 20. Dezember 1947 feierten Agnes Behn (Tochter des Landwirtes Otto Behn, Hs.21) und Reinhold Schulenburg Hochzeit. Kurz vor 12 Uhr brach auf dem Hof von Otto Behn ein Feuer aus. Viehstall und Scheune brannten vollständig nieder. Alle Hochzeitsgäste wurden in aller Eile ans Feuer gerufen, und somit nahm die Hochzeitsfeier ein schreckliches Ende.

Dieses Ereignis führte zu dem Beschluss, endlich auch in Bargfeld eine Freiwillige Feuerwehr zu gründen. Das Vorhaben wurde bald in die Tat umgesetzt. In einer öffentlichen Gemeindeversammlung am 18. Dezember 1948 im Gasthaus Aug. Köllmann wurde die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Bargfeld beschlossen. Der erste Brandmeister wurde Hermann Rodehorst. Außerdem wurde beschlossen, eine gebrauchte Handdruckspritze von der Freiwilligen Feuerwehr Barum zu kaufen. Diese Handdruckspritze zum Preis von 200,- DM wurde am 4. Januar 1949 von Hermann Rodehorst und Helmut Karlstorf mit einem Traktor aus Barum abgeholt. Die Spritze wurde zunächst bei Hermann Rodehorst untergestellt, da ein Spritzenhaus ja noch nicht vorhanden war.

Die folgenden Personen meldeten sich freiwillig zum Dienst in der Feuerwehr:
[Aufzählung von Personennamen]

Schlauchmaterial wurde für 1302,-DM beschafft. Somit war die Bargfelder Feuerwehr einsatzbereit. Sie war allerdings zunächst nicht selbstständig, sondern noch verbunden mit der Freiwilligen Feuerwehr aus Gerdau.

Am 6. Februar 1950 wurde auf einer Gemeindeversammlung beschlossen, ein Feuerwehrgerätehaus zu errichten. Der Bürgermeister Adolf Müller und der Ortsbrandmeister Hermann Rodehorst wurden beauftragt, die erforderliche Bauzeichnung in Auftrag zu geben und von drei Firmen Kostenanschläge einzuholen. Das „Spritzenhaus“ sollte sich in einen Spritzenraum und einen Geräteraum aufgliedern. Der Bau wurde einstimmig von der Gemeindeversammlung beschlossen.

Im Sommer 1950 erbaute die Gemeinde das Feuerwehrgerätehaus, allerdings nach geänderten Plänen. Der Gründ hierfür: Durch geschicktes Verhandeln des damaligen zweiten Bürgermeisters Werner Selbstaedt (ein Dipl. Landwirt aus Ostpreußen, hier Angestellter beim Arbeitsamt Uelzen) wurde Bargfeld durch eine Postbuslinie mit der Kreisstadt Uelzen verbunden. Die Post hatte zuvor abgelehnt, Bargfeld mit dem Bus anzufahren, da die Straßenverbindung nach Bargfeld zu schlecht war. Das Feuerwehrgerätehaus wurde als Garage zur nächtlichen Unterbringung des Busses eingerichtet. Werner Selbstaedt gelang es sogar noch, von der Post einen Kredit von 400,-DM sowie einen Zuschuss von 600,-DM für den Gerätehausbau zu erhalten. Auf diese Weise kam die Bargfelder Wehr zu einem recht großen Gerätehaus.

Durch die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr entstanden der Gemeinde Bargfeld erhebliche Kosten, die durch das vorübergehende Erhöhen der Grundsteuersätze gedeckt werden mussten.

Am 13. Dezember 1949 erfolgte eine Zugeinteilung. Zugführer wurde Heinrich Dammann, 1. Gruppenführer wurde Heinz Besenthal, 2. Gruppenführer Walter Hilmer und 3. Gruppenführer wurde Heinz Niebuhr (Hs. 15). Heinz Niebuhr, der aus Bargfeld verzog, wurde durch Hermann Schulenburg ersetzt.

Die Bargfelder Feuerwehr, die bis dahin mit der Gerdauer Wehr verbunden war, wurde 1951 selbstständig. Auf der Gemeinderatssitzung am 30. April 1951 wurde hierzu beschlossen, die Wehr am 3. Mai 1951 um 14 Uhr durch den Kreisbrandmeister abnehmen zu lassen. Nach der Abnahme sollte die Bargfelder Feuerwehr aus dem Löschverband Gerdau gelöst werden. Für die Bewirtung der fremden Wehren wurden von der Gemeinde 100,-DM zur Verfügung gestellt. Außerdem sollten 30 „Dienstblusen“ beschafft werden.

Am Himmelfahrtstag 1951, „am Tage des traditionellen Feuerwehrfestes“ (Schulchronik) fand die Abnahme der nun aus 29 Männern bestehenden Wehr durch den Kreisbrandmeister Behr sowie dem stellvertretenden Kreisbrandmeister Lindloff aus Uelzen statt.

Aus dem Protokoll: „Um 13:45 Uhr trat die gesamte Wehr beim Gerätehaus an. Da die Wehr noch nicht voll ausgerüstet war, wurde die erste Gruppe uniformiert. Pünktlich um 14:00 Uhr erschienen der Kreisbrandmeister Behr und der stellvertr. Kreisbrandmeister Lindloff aus Uelzen. Der Ortsbrandmeister H. Rodehorst meldete dem Kreisbrandmeister die Wehr zur Abnahme.

Auf Anordnung der Kreisbrandmeister fand jetzt eine Schul- und Einsatzübung statt. Die Schulübung fand auf dem Hof v. Campen in der Nähe des Gerätehauses statt. Nach Beendigung der Übung wurde das Gerät ins Gerätehaus gebracht und die gesamte Wehr trat weg. Der Kreisbrandmeister wählte nun als Brandherd das Stallgebäude des Bauern H. Dammann. Durch Alarm wurde die Wehr alarmiert und begann die Einsatzübung. Die Schul- sowie die Einsatzübung wurde von der ersten Gruppe mit dem Gruppenführer Herm. Schulenburg durchgeführt. Um 15:00 Uhr erschienen dann die eingeladenen auswärtigen Wehren aus Gr. Süstedt, Gerdau, Dreilingen und Wichtenbeck.“

Es folgte ein Marsch durch das Dorf zum Gasthaus Aug. Köllmann. In der Scheune des Gastwirtes fand ein gemütliches Beisammensein statt. Mit „Handschlag“ wurden dann durch den Kreisbrandmeister folgende Personen verpflichtet:
[Aufzählung von Personennamen]