… bis 1947 …

Während einige Feuerwehren im Kreis Uelzen schon 100 Jahre und länger bestehen, wurde die Freiwillige Feuerwehr Bargfeld ‚erst‘ 1948 gegründet. Wir war es eigentlich mit dem Brandschutz und der Brandbekämpfung vor 1948 bestellt?

1885 berichtet der damalige Lehrer an der Bargfelder Schule, Carstens, dass es in Bargfeld seit längerer Zeit nicht zu Bränden gekommen ist. Dennoch waren Brände zu damaliger Zeit, bei denen Hausbewohner  ihr Hab und Gut verloren, häufiger als heute. In den Häusern gab es noch offene Feuerstellen, noch dazu in der Nähe der Tiere und somit in der Nähe von brennbaren Materialien, wie Stroh, Heu, usw.. Öllampen wurden als Lichtquelle genutzt. Im Brandfall bestand eine viel größere Gefahr als heute, dass die Brände auf benachbarte Gebäude übergreifen, den die Häuser waren mit Stroh gedeckt.

Eine Feuerwehr gab es nicht. Im Notfall mussten die Dorfbewohner sich also selbst helfen und mit Feuereimern versuchen, die Brände zu bekämpfen.

Mit Feuer vorsichtig umzugehen gebot das eigene Interesse. Das Löschwesen lag noch sehr in den Anfängen. Jeder Bauer musste eine Feuerleiter, einen Feuerhaken und einen ledernen Feuereimer bereithalten.

Zur Beleuchtung wurden damals sogenannte „Krüsel“ mit einer offenen Flamme verwendet. Wegen der großen Brandgefahr waren jedoch richtige geschlossene Laternen vorgeschrieben. Dieses wurde auch jährlich von Gendarmen aus Uelzen überprüft. Zur späten Abendzeit wurde also eine Revision von Feuerung und Licht durchgeführt.

Wie schrecklich Brände zu damaliger Zeit sein konnen, und wie ohnmächtig die Bewohner oftmals mit ansehen mussten, wie ihre Habe verbrannte, berichtet Kantor Joh. Christoph Fauteck (geb. 1825 in Stederdorf) in seinen Erinnerungen. Demnach wurde im November 1849 ein ganzes Dorf ein Raub der Flammen. Durch Unachtsamkeit entstand ein Feuer, welches sich wegen des starken Windes zu beiden Seiten der Dorfstraße ausbreitete. Wassermangel führte dazu, dass die Strohdächer nicht feucht gehalten werden konnten. Auch die letzten drei Häuser verbrannten: „Niemand begoß das Strohdach an der gefährdeten Seite mit Wasser. Anfangs entstieg dem Dache kurzer Dampf, der schnell in der Luft entschwand. Dann sah ich bald in dem folgenden Dampfe eine blutrote Feuersäule und sie verschwinden. Endlich stand das glühende Strohdach in vollen Flammen, welche es in kurzer Zeit gierig verzehrten. Danach sanken auch noch die beiden anderen Häuser in den Staub – scheinbar ganz achtlos seitens der Beteiligten.“

Die Feuerordnung für das Fürstentum Lüneburg vom 14. November 1865 enthielt Bestimmungen zum Feuerlöschdienst. Die ersten vier Abschnitte dieser Verordnung betrafen Allgemeines, Feuerpolizeiliche Bauvorschriften, sonstige Vorschriften zur Verhütung von Feuergefahr und zur Feuervisitation. Der 5. Abschnitt umfasste die Feuerlöschanstalten, den Feuerlöschdienst und die Brandlöschung. In einem Brandfalle hatte der Gemeindevorsteher unter Mitwirkung des Gendarmen die mit Feuereimern herbeigeeilten Dorfbewohner zum Löschen anzuleiten.

Im Frühjahr eines jeden Jahres erinnerte der Landrat durch Bekanntmachung in der Zeitung an die Pflicht zur Hilfeleistung bei Wald- und Heidebränden: „Der Gemeindevorsteher hat ohne weitere Aufforderung eine angemessene Zahl arbeitstüchtiger Männer mit Schaufeln, Schaten, Aexten und Beilen versehen an die Brandstelle zu entsenden“, und zwar im Umkreis von einer Meile (7,5 km).

Durch die Polizei-Verordnung des Königlichen Oberpräsidenten vom 27. September 1901, betreffend die Regelung des Feuerlöschwesens wurde jede Gemeinde verpflichtet, eine Feuerwehr einzurichten. Es wurden aber Ausnahmen zugelassen. So wurde also auch in Bargfeld keine Feuerwehr gegründet. Kleinere Gemeinden bildeten dagegen Spritzenverbände mit anderen Gemeinden. „Die Oberleitung des gesamten Löschgeschäfts bei einem Brande steht auf dem Lande den Landräten bzw. deren Stellvertretern und bis zu deren Eintreffen dem Gemeinde- oder Gutsvorsteher zu.“

Es wurden damals mehrere Feuerwehren in unserem Bereich gegründet. Diese begannen nun mit dem „Übungs- und Paradedienst“. Es herrschte „strenge militärische Disziplin“ (Quelle: Stederdorf). Die Feuerwehren wurden durch den Feuerwehr-Verband für die Provinz Hannover abgenommen. Ein Bericht über die Inspektion wurde geschrieben. Es gab neben dem Hauptmann die sogenannten Steiger, Hornisten, Rohrführer und Spritzenmannschaften. Die Steiger hatten die Aufgabe, die Strohdächer der Nachbargebäude zu schützen. Dazu bestiegen Steiger mit Patschen und Dachhaken ausgerüstet das Dach. Zur Ausrüstung der Steiger gehörten auch Löschbesen.

Aufgrund der Verordnung von 1901 wurde auch in Gerdau eine Feuerwehr gegründet (Gemeindeversammlung am 21. Februar 1902). Ein gemeinsamer Spritzenverband mit Bargfeld (und Holthusen II) wurde jedoch zunächst abgelehnt. Die Gründungsversammlung der Gerdauer Wehr war am 11. Mätz 1903. Nach 1905 gab es dann aber doch den Spritzenverband mit Bargfeld und Holthusen II.

In Bargfeld wurde 1908 ein „Feuerbrunnen“ gebaut. In der Gemeindeversammlung  am 10. März 1909 wurde beschlossen, die Kosten in Höhe von 456 Mark für diesen Brunnen durch eine Anleihe von der Kreiskasse Uelzen zu decken (6% Zinsen, in 15 Jahren zu tilgen). Die Gemeindemitglieder waren damals die Hofbesitzer Schulenburg (Nr. 6), Schulenburg (Nr. 4), Höbermann, Dammann, Lüring, die Achtelhöfner Müller und Hilmer, die Abbauer J. Behn, A. Behn, H. Behn, H. Schröder, Köllmann, Constien, sowie die Anbauer Hartig und H. Schröder.

In der Nacht vom 16. zum 17. November 1922 wurden die Bewohner Bargfelds durch Feueralarm aus dem Schlaf gerissen. Auf unerklärliche Weise war das vormals Dehrmannsche Wohnhaus, welches nun dem Gastwirt Köllmann gehörte und von zwei Arbeiterfamilien bewohnt wurde, in Feuer geraten. Der Windstille und dem feuchten Wetter in den Novembertagen war es zu verdanken, dass das Feuer nicht auf Nachbargebäude übergriff. Das Gebäude wurde nach dem Brand neu erbaut und im Herbst 1931 bezogen (die heutige Gastwirtschaft).

Nachmittags gegen 3 Uhr brannte am 14. Mai 1929 das Wohnhaus des Viehhändlers Adolf Behn bis auf die Grundmauern nieder. Das Vieh sowie das Mobilar konnte gerettet werden. „Der Schaden ist größtenteils durch Versicherung gedeckt.“ (Schulchronik Bargfeld)

Am 17. Oktober 1933 beschloss die Gemeinde Bargfeld, eine neue „Wasserentnahmestelle für Brände“ an der Dorfstraße (heute Postweg) zwischen den Grundstücken des Anbauers Hachmeister und der Schule zu bauen. Im Sommer 1934 wurde dieser Brunnen mit 4 Meter Durchmesser und 4 bis 5 Meter Tiefe vom Brunnenbauer Schulz aus Oldendorf gebaut.

Das Gesetz über das Feuerlöschwesen im Lande Preußen vom 15. Dezember 1933 führte dazu, dass die Spritzenverbände in Feuerlöschverbänden erfasst wurden. Alle Feuerwehren (auch die Pflicht-Feuerwehren aufgrund der Polizei-Verordnung von 1901) wurden in „Freiwillige Feuerwehr e.V.“ umbenannt und in das Vereinsregister beim Amtsgericht eingetragen. 1938  wurden diese Vereine und Verbände wieder aufgelöst. An die Stelle der Vereine trat eine „Hilfspolizeitruppe“. „Die Freiwillige Feuerwehr ist eine technische Hilfspolizeitruppe für Hilfeleistungen bei öffentlichen Notständen aller Art.“

Nach Kriegsende erließ der Oberpräsident der Provinz Hannover im Einvernehmen mit der Militärregierung eine Andordnung, nach der die Freiwilligen Feuerwehren ihren Status als Hilfspolizeitruppe wieder ablegten. Sie blieben Einrichtungen der Gemeinden.